Erneuerbare Energien im Wohnungsbau

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By : moovin |März 23, 2017 |Blog |0 Comment

Um das Thema erneuerbare Energien kommt man heute beim Wohnungsbau gar nicht mehr herum. Spätestens seitdem durch die Bundesregierung die Energiewende beschlossen wurde, ist es auch amtlich, dass fossile Brennstoffe und Atomenergie auf das Abstellgleis geschoben werden. Gerade im Bereich von Wohnungen und Gebäuden bringt dies einige Veränderungen mit sich. Hier wurden in den letzten Jahren schon Weichen gestellt, ist es doch erklärtes Ziel der Bundesregierung ab 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand vorweisen zu können. Wegweisenden Vorgaben sind heute schon zu spüren: Ab einer Fläche von bereits 50 m² besteht für Bauherren und Immobilienbesitzer die Nutzungspflicht anteilig auf erneuerbare Energie zurückzugreifen. Unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) wurden die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) erlassen, die hier klare Vorgaben machen, die es bei der Sanierung von bestehendem Wohnraum, aber eben auch bei Neubauten zu berücksichtigen gilt. Jedes Objekt muss heute über einen Energieausweis verfügen, der darlegt, wie es um die Energieeffizienz einer Immobilie bestellt ist. Dieser Ausweis ist gerade im Hinblick auf Kostentransparenz für den Mieter, aber auch als positiver Anreiz für den Vermieter hilfreich.

Strom und Heizung – effizient und umweltbewusst

Gerade wenn es um die Bereiche Heizung, Warmwasser und Stromversorgung geht, rücken die erneuerbaren Energien in den Fokus. Solaranlagen auf den Dächern liefern als Photovoltaik Strom oder unterstützen als Solarthermie die Warmwasserbereitung. Hier sind schon große Erfolge mit kleinen Maßnahmen zu verzeichnen, reichen doch schon überschaubare Photovoltaikanlagen, die wenig Platz einnehmen und somit auch in städtischen Lagen sinnvoll sind, aus, um Strom für einzelne Wohnungen oder Gebäude zu liefern.

Ein anderer großer Aspekt ist das Thema Heizung. Für gewöhnlich findet gerade hier ein immenser Verbrauch von Energie statt, doch der Einsatz von Wärmepumpen, oder die Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen wie Holzpellets, Getreide- und Halmgut oder Hackschnitzeln setzen auf Energiegewinnung durch nachwachsende Rohstoffe. Auch in diesem Bereich ist die technische Entwicklung in den letzten Jahren weit vorangeschritten, so dass mittlerweile Heizungen dieser Art ebenfalls für Mehrfamilienhäuser und ganze Gebäudekomplexe einsetzbar sind.

Einzig der Einsatz von Kleinwindanlagen ist bisher eher selten zu sehen. Dies liegt weniger an guten Standorten und teuren Anlagen sondern eher an mangelnder Förderung und Beratung. Diese Anlagen liefern vor allem im Winter den benötigten Heizstrom und lassen sich baulich flexibel aufstellen und ergänzen deshalb eine Wärmepumpe in der kalten Jahreszeit ideal. Hier ist für einen stärkeren Einsatz neben einer Anschub-Förderung durch die Politik mehr Publicity gewünscht.

Wenn Energie verloren geht

Auch wenn Abwärme nicht direkt zu den erneuerbaren Energien zählt, so ist sie dennoch ein Faktor, den man nicht vernachlässigen darf. Abwärme gibt es überall und weit mehr, als wir überhaupt brauchen. Neben der Hochtemperatur-Abwärme von Industrie und Gewerbe erzeugt jedes Wohngebäude durch die nötige Raumlüftung Abwärme. Durch clevere Planung können Abwärmequellen im Kleinen wie im Großen genutzt werden. So gewinnt eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher den Großteil der Abwärme in der Raumluft zurück. Was im Kleinen funktioniert, kann auch im Großen funktionieren, wenn beispielsweise mit der Abwärme von Industrieanlagen der geballte Heizbedarf einer Großstadt bedient wird. Aber auch Abwärme mit niedriger Temperatur lässt sich durch Wärmepumpen vielfältig nutzen (von der Milch-Kälteanlage bis zur Abwasser-Wärme). Ein verständliches Beispiel für Abwärmenutzung ist z.B. die Heizung im Auto.

Hilfe von der öffentlichen Hand

Dass durch die gesetzlichen Vorgaben Investitionen notwendig sind, liegt auf der Hand. Zum Glück werden Investoren hier nicht allein gelassen und können auf finanzielle Unterstützung von Seiten der öffentlichen Hand hoffen. So bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise Kredite, die durch Mittel des Bundes mit einer geringeren Zinslast verbunden sind. Darüber hinaus sind hier auch einzelne finanzielle Zuschüsse möglich, was sich immer nach den zu realisierenden Maßnahmen und der zu sanierenden Immobilie richtet. Hier sind sogar Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit möglich. Eine wichtige Voraussetzung für die KfW-Förderung ist die Zusammenarbeit mit einem Energieberater, der alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen mit dem Bauherren plant und auf die Einhaltung aller technischen Vorgaben achtet und diese schließlich auch offiziell bestätigt. Hier bietet beispielsweise das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) umfangreiche Angebote für Privatpersonen, aber auch für Betriebe aus dem Mittelstand an.

Seit 2015 ist eine Förderung aus den Mitteln des Marktanreizprogramms (MAP) nicht mehr nur im Fall von Sanierungen möglich, sondern seit diesem Zeitpunkt fließen Mittel auch wieder konkret in die Wohnungsbauförderung. Hierbei geht es konkret um den Einsatz kleinerer Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie in Privathaushalten und in Unternehmen. Darunter fallen Solarthermie-Kollektoren auf Dächern oder die Pelletheizung im Keller, aber auch energieeffiziente Erdsonden im Garten für die Wärmepumpe im Gebäude.

Neben den Förderprogrammen auf Bundesebene bieten aber auch Finanzinstitute auf Landesebene einige Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung an, wenn es darum geht Immobilienbesitzern unter die Arme zu greifen um Wohnflächen energieeffizienter zu machen. Hier sind Landesförderbanken sowie die Energieagenturen die richtigen Ansprechpartner, gelegentlich bieten auch Städte und Gemeinden Möglichkeiten einer finanziellen Beteiligung im Rahmen der energetischen Sanierung an. In letzter Zeit sind auch einige Energieversorger dazu übergegangen private Bauherren hier zu fördern.

Erneuerbare Energie – nicht nur ein Thema fürs Eigenheim

Auch bei Wohnraumförderung im Bereich von Sozialwohnungen ist das Thema der erneuerbaren Energien angekommen. Durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen wird hier Strom erzeugt, der als Mieterstrom direkt an die Bewohner fließt und so die Nebenkosten deutlich reduziert. So wurde beispielsweise in München, wo günstiger Wohnraum ohnehin besonders knapp ist, durch den Energieversorger Polarstern auf einem von der Stadt München geförderten Bauprojekt eine Solaranlage mit einer Leistung von 90 KW errichtet, die weite Teile des Energiebedarfs in diesem Gebäudekomplex absichert und den Strom den Bewohnern so kostengünstig zur Verfügung gestellt werden konnte. Diese Art der Förderung entlastet langfristig Bewohner und ebenfalls die öffentliche Hand, da hier mit einer zielführenden Investition die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden können und auf Dauer neben einer Energieeffizienz auch eine Kosteneffizienz zu verzeichnen ist.

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